Killis - nichtanuell - Haltung und Zucht


Im Gegensatz zu den Killis der anuellen Arten trocknen die Gewässer der nichtanuellen Arten nie aus, dass heißt, die Entwicklung der Jungfische findet komplett im Wasser statt. Die Geschlechter der Killis lassen sich sehr gut unterscheiden. Während die Weibchen meist grau sind, zeigen die Männchen fast aller Arten eine prachtvolle Färbung. In den Heimatgebieten besteht die Nahrung meist aus Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen, sowie deren Larven, die sich zum Teil im Wasser entwickeln. Außerdem werden auch kleinere Fische anderer oder der gleichen Art und im Bodengrund lebende Würmer gefressen. Dem sollte man auch bei der Aquarienhaltung Rechnung tragen. Neben Tubifex, Mückenlarven, Enchyträen, und Cyclops fressen sie auch ein gutes Trockenfutter. Wenn man züchten will, ist jedoch Lebendfutter unabdingbar.
Die Aquarienhaltung ist bis auf wenige Ausnahmen unproblematisch. Kleine bis mittelgroße Aquarien (20-30l) sind für ein oder mehrere Pärchen schon ausreichend. Artaquarien sind sehr zu empfehlen, obwohl sich einige Arten auch zur Pflege im Gesellschaftsbecken eignen. Die Fische fühlen sich in einem weichen bis mittelharten Wasser bei einem leicht saurem pH - Wert am wohlsten. Dichte, feinfiedrige Pflanzenbüschel, viele Versteckmöglichkeiten, ein nicht zu heller Standort sowie ein dunkler Bodengrund aus dunklen Sand oder Torffasern lassen die Prachtfärbung richtig zur Geltung kommen. Wöchentlich sollte ein Teil des Wassers gewechselt werden.
Fast alle Arten, die bis jetzt importiert wurden, konnten zur Nachzucht gebracht werden. Am besten hat sich ein Zuchtansatz von einem Pärchen bzw. einen Trio von einem Männchen und zwei Weibchen bewährt. Mehrere Männchen würden sich nur bekämpfen, was mitunter auch zum Tod eines Rivalen führen kann. In das Zuchtbecken gibt man Bündel feinfiedriger Pflanzen, an die die Eier, welche Haftfäden besitzen, angeklebt werden. Die Eier sind ca. 1 - 1,5 mm groß und hartschalig. Sie können ohne Probleme aus den Pflanzen herausgelesen werden und zur besseren Kontrolle in ein getrenntes Becken gebracht werden. Hier kann ein chemisches Mittel zur Verhinderung von übermäßigem Pilz - und Bakterienbefalls beigegeben werden. Verpilzte Eier sind täglich zu entfernen.
Normalerweise brauchen die Eier keine Diapause (vorübergender Entwicklungsstillstand). Bei einzelnen Arten mit empfindlichen Eiern ist es aber angebracht, die Eier in einem feuchtem Substrat zu erbrüten. Dort sind die Eier isoliert, so das sich Verpilzungen nicht so schnell auf andere Eier auswirken können. Außerdem wird so ein gleichmäßiger Schlupf der Jungfische erreicht.
Die Jungen schlüpfen nach 12 - 16 Tagen. Als Erstfutter sind Nauplien von Kleinkrebsen oder Rädertierchen und Pantoffeltierchen geeignet. Die Aufzucht ist für einen geübten Aquarianer meistens problemlos. Die Jungen wachsen bei guter Fütterung recht schnell.