Killis - anuell - Haltung und Zucht

Die Bodenlaicher (anuelle Arten) kommen in Gewässern vor, die nur zeitweilig Wasser führen. Die Killis können nur in der Regenzeit und anschließend bis zur Austrocknung des Gewässers existieren. Sie überleben die Trockenzeit als Embryo in der Eihülle, eingebettet in den etwas feuchten Bodengrund. Dabei wechseln Entwicklungsphasen und Ruhephasen miteinander ab. Die Eier haben recht feste Eihüllen, die maximale Festigkeit wird erst nach dem Ablaichen erreicht, die Eier härten gleichsam aus. Die Eier der anuellen Arten können einige Wochen oder Monate, ja sogar Jahre ruhen. Wenn die Regenzeit einsetzt, dann füllen sich die Gewässer mit Wasser, im Boden beginnen Fäulnisprozesse, der Sauerstoffgehalt wird dadurch verbraucht. Diese Prozesse lösen das Schlüpfen der Jungfische aus. Bemerkenswert ist, dass die anuellen Killifische auch so genannte "Dauereier" laichen, deren Embryonalentwicklung noch wesentlich verlangsamt ist. Dadurch können sie den Ausfall einer Regenzeit überleben und damit die Art im Verbreitungsgebiet erhalten.

Für die Pflege und Zucht der anuellen Arten wird eine Hälterung im Artbecken empfohlen. Als Bodengrund verwendet man Torf. Durch Büschel von feinfiedrigen Pflanzen bietet man den Weibchen die Möglichkeit, sich zu verstecken. Es wird eine Wasserhärte von 5-15° dH sowie ein neutraler pH-Wert empfohlen. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist eine ausreichende Fütterung mit Lebendfutter aller Art. Zur Zucht werden die kräftigsten und farbschönsten Tiere herausgesucht. Man verpaart 2 Weibchen mit einem Männchen. Die Tiere tauchen bei der Paarung in das Bodensubstrat ein und laichen ab. Alle Arten sind Dauerlaicher, das heißt, sie laichen ab der 6. bis 8. Woche ihres Lebens bis zum Tod alle paar Tage ab. Nach 1-2 Wochen erneuert man das Torfgemisch.

Das Torf-Laich-Gemisch wird leicht angetrocknet (vorsichtiges Ausdrücken in einem Kescher) und in verschlossene Kunststoffbeutel oder Gläser aufbewahrt. Wichtig ist es, in regelmäßigen Abständen den Entwicklungsstand der Embryonen mit einer Lupe zu kontrollieren. Die Schlupfreife erkennt man an den großen schwarzen Augen. Zur Auslösung des Schlüpfens übergießt man den Eier enthaltenen Torf mit etwa 15° C warmen Wasser und setzt feinstes Lebendfutter zu. Nach wenigen Stunden erfolgt der Schlupf der Jungfische, deren Aufzucht meist einfach ist. Sie wachsen bei guter Fütterung schnell heran und sind nach 6-8 Wochen bereits geschlechtsreif.

Neben den anuellen Arten gibt es noch die nichtanuellen Arten.