Mikrowürmchen (Essigälchen) werden am besten in Einweckgläsern gezüchtet, die einen nach innen
gewölbten Boden und einen gut schließenden Deckel haben. Als Ansatz können die
sauer riechenden
Futterrückstände oder besser die käuflichen Ansätze dienen. Der äußere Rand des gewölbten Bodens
des Glases wird mit Haferflocken bestreut und mit Milch übergossen. Die mittlere Erhebung des Bodens
sollte aber noch aus dem Brei heraus ragen. Der Ansatz wird auf dem Brei verteilt,
dass Gefäß zugedeckt, damit
keine Fliegen eindringen können und an einem warmen Platz gestellt.
Nach einigen Tagen beginnen
die ca. 1mm großen Würmchen innen am Glas hoch zu kriechen und den frei
gebliebenen Teil des Bodens
zu bedecken. Mit einem feuchten Lappen oder einen Pinsel können sie ohne Berührung der Haferflocken
entnommen und verfüttert werden. Die Vermehrung ist so stark, dass jeden Tag Würmchen entnommen
werden können. Nach einiger Zeit kommt die Zucht durch Übersäuerung der Haferflocken zum Stillstand.
Jetzt richtet man eine neue Zucht ein und impft sie mit den Resten der alten Zucht. Nach wenigen
Tagen kann man dann wieder Würmchen entnehmen. Wenn man durchgängig Futter braucht, kann man mehrere
Zuchten parallel betreiben.
Als Zuchtgefäße für Fruchtfliegen (Drosophila) nimmt man Gläser (ca. 0,5 l), die mit Gaze oder einem anderen
luftdurchlässigen Material gut verschlossen werden müssen. Als Zuchtmedium nimmt man Haferflockenbrei. Die Haferflocken werden mit
Wasser und einer Prise Salz aufgekocht, die Masse muss nach dem Erkalten steif sein. Nach dem Abkühlen kommen 2-3 Tropfen einer
wässrigen Hefeaufschwemmung darauf. Bei relativ warmen Stand (20-26 °C) beginnt bald die Gärung.
Nach 3 Tagen 20-40 Fruchtfliegen
in das Zuchtgefäß gebracht. Am besten nimmt man die stummelflüglige Form, die es im Handel gibt, dann braucht man beim Verfüttern
nicht so aufzupassen, dass die Fliegen entweichen. Ein Weibchen der Fliegen legt bis zu 400 Eier ab. Die ausgeschlüpften
Larven besiedeln zunächst den Nährbrei. Nach 5-10 Tagen erfolgt die Verpuppung, nach weiteren 3-11 Tagen schlüpfen die Fliegen.
Niedrigere Temperaturen verzögern die Entwicklung.
Am besten hat sich die Kultur in Flaschen bewährt. Eine helle, durchsichtige Flasche wird zur Hälfte mit einer Salzlösung (ein gestrichener Teelöffel jodfreies Kochsalz auf 1/2 l Wasser) gefüllt. Dann gibt man je nach Bedarf Eier hinzu und verschließt die Flasche mit einem zweifach durchgebohrten Stopfen. Wichtig ist, dass der Ansatz gut durchlüftet wird und die Eier kräftig durcheinander gewirbelt werden. Dazu schließt man an einen Schlauch, der bis zum Boden reicht , eine Membran- oder andere Luftpumpe an. Der andere Schlauch sollte nur bis kurz unter den Stopfen reichen. Die Flasche wird etwas schräg gestellt. Die Temperatur wird auf 20-24 °C eingestellt. Die Larven beginnen nach ca. 24 Stunden zu schlüpfen. Zur Entnahme wird die Luftzufuhr abgestellt. Nach 5 Minuten haben sich die geschlüpften rötlichen Nauplien am Flaschenboden abgesetzt, während die leeren Eihüllen an der Oberfläche schwimmen. Jetzt wird die Luft an den anderen Schlauch angeschlossen. Damit wird in der Flasche ein Überdruck erzeugt und das Wasser wird samt den Nauplien durch den bis zum Boden reichenden Schlauch herausgedrückt. Jetzt braucht man nur noch das Wasser durch ein Artemien-Sieb laufen zu lassen und die Nauplien kurz mit Süßwasser zu spülen. Dann können sie verfüttert werden. Die Salzlösung gibt man wieder zurück in die Flasche, belüftet weiter und kann auf diese Weise noch mehrmals Futter entnehmen. Für einen Neuansatz ist aber stets eine frische Salzlösung vorzubereiten.
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findet man hier.